Nach der Session ist bekanntlich vor der Session – und wenn der erweiterte Vorstand der Großen Rheydter Prinzengarde im Rahmen seiner Klausurtagung zusammenkommt, werden die Arbeitspakete für die nächste Session geschnürt. In diesem Jahr war es trotzdem ein bisschen anders. Statt im Elisenhof tagte die GRPG im neuen Haus Maubach. Die gute Nachricht vorweg: Ein Nachwuchs-Problem hat die Prinzengarde nicht!
Die Nachwuchsabteilungen der Garde haben weiter regen Zulauf, bei den Rheer Knöppkes werden 12 neue junge Tänzerinnen aufgenommen, so dass die Tanzgruppe mit insgesamt 22 bestens aufgestellt ist. Das Tanzcorps hat ebenfalls großen Zulauf und künftig werden 27 anstelle von bisher 15 Tänzern/-innen die Auftritte darbieten. Die GardeGirls haben ein Fundament von 35 Tänzerinnen, die Formation braucht 29 davon, um ihr Programm zeigen zu können. Unterm Strich gibt es also einen „Puffer“ von sechs Tänzerinnen, die einspringen bzw. wechseln können.
Nach der Jubiläums-Session wurde intensiv über die kommenden Sessionen gesprochen. Wenn man sich an den üblichen Rhythmus halten würde, wäre in 2030 mit „95 Jahre“ das nächste Jubiläum fällig. Die Diskussion ergab, dass dieser Zeitraum wohl zu lange ist. Deshalb wird demnächst besprochen, welche „Zwischen-Lösung“ sinnvoll wäre, also z.B. eine Sitzung in 2028.
Um noch einmal auf die Formationen zurückzukommen, sei das Reitercorps erwähnt, das nach wie vor ebenfalls mit einer Zeitenwende zu kämpfen hat. Die Diskussionen um die Teilnahme von Pferden im VDZ reißt nicht ab, auch Veranstaltungen wie die Quadrille werden nicht mehr wiederbelebt. Es bleibt abzuwarten, inwieweit die Reiterei sich neu aufstellen kann und auch andere Veranstaltungen neue Impulse setzen. Es wäre schade, wenn die Reiterei zukünftig keine Rolle mehr spielen kann, denn irgendwie gehört sie zu einer Garde dazu – aus Tradition. Ein Vorstands-Kreis wurde beauftragt, zeitnah einen Rahmen – neben dem VDZ – zu finden für Mitglieder, die Spaß an der Reiterei & der Prinzengarde haben.
Die Anzahl der Veranstaltungen, bei denen wir das Prinzenpaar der Stadt begleiten dürfen, war leider in den letzten Jahren rückläufig. Es gab deshalb eine intensive Diskussion über die Frage, wie wir als Prinzengarde in vermehrtem Maß auswärtige Termine und Besuche bei befreundeten Gesellschaften ermöglichen können. Natürlich hat die Garde mit ihrer Anzahl an Uniformierten und den Tanzformationen großes Potential, aber man war sich in der Runde einige, dass dies für Auftritte auf den großen karnevalistischen Bühnen wohl nicht ausreichend sei. In den nächsten Monaten wird sich der Vorstand deshalb mit der Frage beschäftigen, was nötig wäre, um auch in Aachen, Düsseldorf oder Köln auftreten zu können.
Kommen wir zu den Veranstaltungen: Auffällig ist, dass die Veranstaltungen, die als öffentliche Veranstaltungen ausgewiesen werden, auch deutlich erfolgreicher sind. Die Garde-Party am Samstag hat sich etabliert. Wie früher der „Rutsch in den Karneval“ gehört der Karnevalssamstag der GRPG, die Stadt liebt diese Veranstaltung im „Spö“ und wären die Räumlichkeiten größer, könnten noch mehr Tickets verkauft werden. Grundsätzlich stellt sich die Frage, ob Veranstaltungen wie das Kostümfest, dass dieses Jahr erstmals gemeinsam mit der Prinzengarde der Stadt MG veranstaltet wurde oder auch das Oktoberfest der GRPG nicht „öffentlicher“ werden sollten. Gerade das Oktoberfest findet nicht mehr den Zuspruch wie einst. Das mag viele Gründe haben, u.a. dass das wunderbar dekorierte Casino und das legendäre Buffet der städtischen Kliniken nicht mehr zur Verfügung stehen, aber auch das ist eine Zeitenwende, denn die Anzahl „echter“ Oktoberfeste im Stadtgebiet ist bekanntlich ebenfalls rückläufig bzw. nicht mehr das Zugpferd schlechthin.
Der Vorstand beschäftigte sich auch mit der eigenen Arbeit. Im Vorfeld waren umfangreiche to-do-Listen für jede Veranstaltung mit Festlegung der jeweiligen Verantwortlichkeiten erarbeitet worden. Hiermit soll am Ende erreicht werden, dass jedes Vorstandsmitglied weiß, wann es welche Aufgabe zu erledigen hat. Eine Fleißarbeit, sicherlich hilfreich für die tägliche Routine, aber es schafft vor allem auch Transparenz für den Fall, dass es mal in einer Position einen Personalwechsel geben sollte.
Verschiedene Ansätze werden in den kommenden Wochen und Monaten ausgeleuchtet. Abschließend wurden Arbeitsgruppen gebildet, um die vielen Zukunftsthemen zu bündeln und weiter voranzukommen.

